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Nudeln ohne Weizen und glutenfreie Nudeln selber machen

Zwei Fragen landen regelmäßig auf derselben Seite, und sie sind nicht dieselbe Frage. Nudeln ohne Weizen kann bedeuten, dass Dinkel, Emmer oder Roggen zum Einsatz kommen, und die enthalten Gluten. Glutenfrei bedeutet, dass alle Getreide mit Kleber wegfallen, und damit auch die Eigenschaft, auf der das Walzen von Teig beruht. Beide Wege funktionieren, aber sie verlangen Unterschiedliches.

Glutenfreie Mehlsorten und frisch geformte Nudeln

Nudeln ohne Weizen: was das heißt und was nicht

Weizenfrei und glutenfrei werden oft in einem Atemzug genannt und sind zwei verschiedene Dinge. Wer Weizen meidet, kann auf verwandte Getreide ausweichen. Wer Gluten meiden muss, kann das nicht.

Weizenfrei, aber mit Gluten: Dinkel, Emmer, Einkorn, Kamut, Gerste und Roggen. Alle enthalten Klebereiweiß, alle lassen sich zu dehnbarem Teig verarbeiten. Für die Verarbeitung ändert sich wenig.

Ohne Gluten: Reis, Mais, Buchweizen, Hirse, Quinoa, Amaranth, Kichererbse, Kastanie. Hier fehlt der Kleber vollständig, und der Teig verhält sich grundlegend anders.

Praktisch heißt das: Wenn Sie nur den Geschmack oder die Abwechslung suchen, ist Dinkel der einfachste Weg. Wenn glutenfrei aus gesundheitlichen Gründen nötig ist, führt der Weg über die Mischungen weiter unten.

GetreideWeizenfreiGlutenfreiVerarbeitung
DinkeljaneinWie Weizen, etwas weniger Flüssigkeit
Emmer, EinkornjaneinKleber weniger dehnbar, kürzer kneten
RoggenjaneinKlebrig, für Pasta unüblich
ReismehljajaNeutral, braucht Bindemittel
BuchweizenjajaKräftiger Geschmack, braucht Bindemittel
MaismehljajaKrümelig, nur im Verschnitt
KichererbsenmehljajaBindet gut, deutlicher Eigengeschmack

Warum glutenfreier Teig anders ist

In Weizenteig verbinden sich zwei Eiweiße unter Wasser und Bewegung zu einem elastischen Netz. Dieses Netz hält den Teig zusammen, wenn er dünn ausgezogen wird, und sorgt dafür, dass die Nudel beim Kochen nicht zerfällt.

Glutenfreie Mehle haben dieses Netz nicht. Ihr Teig ist eher wie feuchter Sand: Er lässt sich formen, aber nicht ziehen. Beim Walzen bricht er in Stücke statt sich zu strecken.

Der Ausweg besteht aus zwei Teilen. Erstens eine Mehlmischung statt eines einzelnen Mehls, zweitens ein Bindemittel, das die Aufgabe des Klebers übernimmt.

Glutenfreie Nudeln selber machen: welche Mischung trägt

Bewährt hat sich eine Kombination aus drei Bestandteilen mit verschiedenen Aufgaben.

Grundmehl, etwa die Hälfte. Reismehl ist neutral im Geschmack und feiner als die meisten Alternativen.

Stärke, etwa ein Viertel. Maisstärke oder Tapiokastärke machen den Teig geschmeidiger und die gekochte Nudel weniger krümelig.

Geschmacksträger, etwa ein Viertel. Buchweizen oder Kichererbsenmehl. Beide bringen Eigengeschmack mit, was bei glutenfreier Pasta eher ein Vorteil ist, weil reine Reisnudeln fad schmecken.

Fertige Mehlmischungen aus dem Handel nehmen Ihnen diese Abstimmung ab und enthalten das Bindemittel meist schon. Für den Einstieg ist das der unkomplizierte Weg.

Das Bindemittel ist nicht optional

Ohne Bindemittel bekommen Sie keinen zusammenhängenden Teig. Üblich sind Flohsamenschalen, Xanthan oder Guarkernmehl. Alle drei binden Wasser und bilden eine gelartige Struktur, die den fehlenden Kleber ersetzt.

Die Mengen sind klein, meist ein bis zwei Prozent der Mehlmenge, und sie wirken stark. Zu viel macht den Teig gummiartig, und diese Konsistenz bekommen Sie nicht mehr weg.

Ein zusätzliches Ei hilft ebenfalls, weil Eiweiß beim Kochen gerinnt und die Nudel stabilisiert. Wer glutenfrei und ohne tierische Zutaten kombiniert, braucht dafür mehr Bindemittel.

Verarbeitung: was in der Praxis funktioniert

Lassen Sie den Teig länger ruhen als Weizenteig, mindestens eine Stunde. Die Bindemittel brauchen Zeit, um Wasser aufzunehmen, und der Teig wird in dieser Zeit spürbar geschmeidiger.

Walzen Sie nicht zu dünn. Was bei Weizenteig auf einer hohen Stufe geht, ist bei glutenfreiem Teig oft schon zwei Stufen früher die Grenze.

Arbeiten Sie zwischen zwei Lagen Backpapier, wenn der Teig an den Walzen klebt. Das ist unelegant, rettet aber die Bahn.

In einem Extruder funktioniert glutenfreier Teig oft besser als in einer Walzmaschine, weil gepresst statt gezogen wird und die fehlende Dehnbarkeit dort weniger stört.

Kochen Sie kürzer und lassen Sie das Wasser nur leicht sieden. Glutenfreie Nudeln geben mehr Stärke ab und werden schneller weich. Zwei Minuten können hier über bissfest oder matschig entscheiden.

Ein praktischer Hinweis zur Verunreinigung

Wenn in derselben Küche auch mit Weizenmehl gearbeitet wird, kommt Mehlstaub überall hin: an die Walzen, in die Ritzen der Arbeitsplatte, auf Tücher. Wer das vermeiden will oder muss, arbeitet mit eigenem Werkzeug, reinigt Walzen trocken vor dem Einsatz und verwendet frische Unterlagen. Ob und in welchem Umfang das für Sie nötig ist, ist keine Frage, die diese Seite beantworten kann.

Häufige Fragen

Sind Nudeln ohne Weizen automatisch glutenfrei?

Nein. Dinkel, Emmer, Einkorn, Gerste und Roggen sind weizenfrei und enthalten trotzdem Gluten. Wer Gluten meiden muss, achtet auf ausgewiesen glutenfreie Mehle, nicht auf die Angabe weizenfrei.

Warum zerfallen meine glutenfreien Nudeln beim Kochen?

Meist zu wenig Bindemittel oder zu langes Kochen. Beginnen Sie zwei Minuten früher mit dem Probieren, als Sie es von Weizenpasta gewohnt sind, und lassen Sie das Wasser nur leicht sieden statt sprudelnd kochen.

Kann man glutenfreien Teig trocknen und lagern?

Ja, er trocknet sogar schneller als Weizenteig, weil er weniger Wasser bindet. Er wird dabei allerdings spröder und bricht beim Abnehmen leichter. Für die Lagerung gelten dieselben Regeln wie sonst: vollständig durchtrocknen, abkühlen lassen, luftdicht verschließen.

Schmeckt glutenfreie Pasta anders?

Ja, und das hängt am Mehl. Reine Reisnudeln sind sehr neutral bis fad, Buchweizen bringt eine kräftige, leicht nussige Note mit, Kichererbse einen deutlichen Eigengeschmack. Wer den Unterschied klein halten will, nimmt einen hohen Reisanteil und eine milde Beimischung.

Kurz entschlossen? Glutenfreier Teig lässt sich schlecht walzen, aber gut pressen. Der Philips PastaMaker 7000 Series drückt ihn durch die Matrize, statt ihn zu ziehen.

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