Ravioli selber machen
Aufgeplatzte Ravioli sind kein Pech, sondern fast immer eine von drei Ursachen: zu feuchte Füllung, Mehl auf der Naht oder eingeschlossene Luft. Wer diese drei Punkte im Griff hat, bekommt Taschen, die im Wasser bleiben, was sie sind.
Wie dünn die Bahn wirklich sein muss
Bei gefüllter Pasta liegen zwei Lagen übereinander. Was bei Bandnudeln angenehm bissfest ist, wird an der Naht dadurch doppelt so dick und zäh. Die Bahn für Ravioli gehört deshalb dünner ausgewalzt als für alles andere: 0,8 bis 1 Millimeter je Lage sind der Bereich, in dem der Rand noch gar wird, bevor die Füllung heiß ist.
Walzstufen helfen als Angabe nur bedingt weiter, weil die Nummerierung je Hersteller unterschiedlich ausfällt. Verlässlicher ist der Sichttest: Wer die Hand hinter die Bahn hält und die Umrisse der Finger erkennt, liegt richtig.
Der Teig selbst ist der klassische Eierteig aus dem Grundrezept, allerdings eine Spur fester angesetzt. Ein weicher Teig lässt sich zwar leichter dünn walzen, reißt aber beim Verschließen an den Ecken.
Ravioli Füllung: Feuchtigkeit ist die entscheidende Größe
Fast jede Füllung funktioniert, solange sie nicht wässert. Ricotta gehört vorher abgetropft, Spinat ausgedrückt, Gemüse gebraten statt gekocht. Feuchtigkeit an der Innenseite der Naht verhindert, dass die Lagen verkleben, und genau dort platzt die Tasche später auf.
Als Faustzahl passen ein gehäufter Teelöffel auf ein Quadrat von fünf Zentimetern Kantenlänge. Mehr sieht großzügig aus und lässt zu wenig Rand zum Verschließen.
Die Füllung sollte kalt sein, wenn sie auf den Teig kommt. Warme Füllung gibt Dampf ab, und der Dampf hebt die obere Lage an, bevor die Naht hält.
| Füllung | Vorbereitung | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| Ricotta und Spinat | Ricotta abtropfen, Spinat ausdrücken | Der Klassiker, verzeiht am meisten |
| Kürbis | gebacken statt gekocht, mit Amaretti binden | Bindet die Restfeuchte des Kürbis |
| Fleisch, geschmort | fein hacken, mit dem Bratenfond binden | Nicht zu grob, sonst durchstößt ein Stück den Teig |
| Kartoffel | gestampft, gut abgedampft | Wird beim Erkalten fester, deshalb eher weich einfüllen |
| Pilze | kräftig anbraten, ausgekühlt | Pilze geben beim Garen noch Wasser ab |
Verschließen, ohne dass die Naht aufgeht
Die Reihenfolge ist entscheidend. Erst die Füllung setzen, dann die obere Bahn auflegen und von der Füllung nach außen andrücken. Wer außen beginnt, schließt Luft ein, und Luft dehnt sich im Kochwasser aus, bis die Naht nachgibt.
Auf die Naht gehört kein Mehl. Bestäubtes Mehl ist ein Trennmittel, das genau dort wirkt, wo die Lagen kleben sollen. Wer die Bahn zum Arbeiten bemehlen muss, streicht den Streifen entlang der späteren Naht mit dem Finger frei.
Ein feuchter Finger hilft nur bei sehr trockenem Teig. Frisch gewalzter Teig klebt von allein, zusätzliches Wasser macht die Naht rutschig.
Ein Ravioliformer nimmt den Randdruck ab und stanzt gleich aus. Ein Brett mit zwölf Mulden ist die schnellere Variante für größere Mengen, ein einzelner Former die genauere für kleine.
Kochzeit und was davor passiert
Frische Ravioli brauchen drei bis fünf Minuten in nicht zu stark kochendem Wasser. Sprudelndes Wasser wirft die Taschen gegeneinander, und an der Naht hält das keine Füllung aus.
Sie sind fertig, wenn sie oben schwimmen und der Rand noch einmal etwa dreißig Sekunden nachzieht. Der Rand ist die dickste Stelle, er bestimmt den Garpunkt.
Vor dem Kochen dürfen Ravioli antrocknen, aber nicht durchtrocknen. Zwanzig Minuten auf einem bemehlten Tuch verhindern das Zusammenkleben. Alles, was länger liegt, gehört ins Gefrierfach, denn gefüllte Pasta trocknet nie zuverlässig durch. Warum das so ist, steht im Ratgeber zum Trocknen.
Wie viel Teig für wie viele Ravioli
Aus 100 Gramm Mehl und einem Ei entstehen etwa 20 bis 24 Ravioli mit fünf Zentimetern Kantenlänge. Das ist eine Hauptportion für eine Person oder eine Vorspeise für zwei.
Die Füllung rechnet sich auf etwa 150 Gramm je 100 Gramm Mehl. Wer zum ersten Mal füllt, hat am Ende meist Füllung übrig, weil die Portionen zu klein ausfallen. Das ist kein Fehler: Der Rest passt am nächsten Tag in eine Suppe oder auf Brot.
Verschnitt gehört dazu. Zwischen den Taschen bleibt Teig übrig, und der lässt sich nicht ein zweites Mal walzen, ohne zäh zu werden. Wer ihn nicht wegwerfen will, schneidet ihn unregelmäßig zu Maltagliati und kocht ihn als Suppeneinlage.
| Personen | Mehl | Eier | Füllung, etwa | Ravioli, etwa |
|---|---|---|---|---|
| 2 als Hauptgericht | 200 g | 2 | 300 g | 40 bis 48 |
| 4 als Hauptgericht | 400 g | 4 | 600 g | 80 bis 96 |
| 4 als Vorspeise | 200 g | 2 | 300 g | 40 bis 48 |
Häufige Fragen
Warum gehen meine Ravioli beim Kochen auf?
In der Reihenfolge der Häufigkeit: eingeschlossene Luft, Mehl auf der Naht, zu feuchte Füllung. Der vierte Grund ist zu stark kochendes Wasser.
Kann man Ravioli einfrieren?
Ja, und das ist die bessere Aufbewahrung als Trocknen. Einzeln auf einem bemehlten Blech vorfrieren, danach zusammenpacken. Gekocht wird direkt aus dem Gefrierfach mit ein bis zwei Minuten Aufschlag.
Welche Größe ist üblich?
Vier bis fünf Zentimeter Kantenlänge für quadratische Ravioli. Kleiner wird die Naht im Verhältnis zu breit, größer platzen sie leichter.
Braucht man einen Ravioliformer?
Nein. Ein Teigrad und zwei Hände reichen. Der Former macht die Taschen gleichmäßiger und die Ränder zuverlässiger dicht, er ersetzt aber keinen richtig angesetzten Teig.
Kurz entschlossen? Für größere Mengen nimmt ein Brett mit zwölf Mulden die Einzelarbeit ab. Das Set von Fouvin bringt Presse, Rad und Nudelholz mit.
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